Hügler, Elmar

Elmar Hügler wuchs in Stuttgart und Ravensburg auf. Nach dem Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften war er zunächst als freiberuflicher Autor für Verlage, Zeitungen und Hörfunk tätig. 1962 wurde er ständiger Mitarbeiter, Redakteur und Dokumentarfilmemacher beim Süddeutschen Rundfunk/Stuttgart. Dort prägte er in den sechziger Jahren den Stil der "Stuttgarter Schule" mit, der sich in respektlosen, bissigen und lebendigen Darstellungen des deutschen Alltags äußerte. Viel Erfolg hatte er mit seiner Reihe "Notizen vom Nachbarn". Für damalige Verhältnisse revolutionär war die bewegliche Kameraführung. Hügler präsentierte zum ersten Mal Dokumentarfilme ohne Interviews und kommentierenden Text. Sein Filmstil, so lobte die Presse, beschreibe Rituale, in denen sich Wertvorstellungen offenbarten. Große Aufmerksamkeit erregte sein Film "Kunst und Ketchup" (1985), in dem über die Anfänge von Pop-art und Happenings in Deutschland mit Interviews, Bildern und Aktionen von Beuys, Vostell und Richter berichtet wurde. 1974 wechselte Hügler zu Radio Bremen/Fernsehen und übernahm hier die Leitung der Abteilung Kultur und Gesellschaft. "Stur wie ein Panzer", so schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ anerkennend, "steuert er dort seinen Gegenkurs zum Aktualitätshorror und sorgt dafür, dass der Sender immer wieder durch besondere Leistungen im Dokumentarfilmgenre auf sich aufmerksam macht." Mit seiner vielfach preisgekrönten Reihe "Unter deutschen Dächern" erreichte er ein von ihm selbst gestecktes Ziel, "ein Brennspiegel zu sein über der Bundesrepublik". Ab 1975 begann Hügler Filmtexte literarisch zu gestalten. "Botschaften vom rechten Ufer", ein Film über Haute Couture und Mode, war ein erster Versuch, den faktischen Bezug zwischen Bild und Text aufzulösen. In der Folge widmete er sich immer häufiger der Schriftstellerei. "Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen" – sein erstes Buch (Interfrom/Zürich/1994) – befasst sich mit den Problemen der Wirklichkeitserfassung. Zahlreiche Aufsätze in Zeitungen und Büchern folgten. Nach "Sommerfrost", einer Erzählung die von zwei Brüdern und deren Frauen handelt, die sich, nach jahrelangem Schweigen bei mörderischer Hitze auf einer Insel zu einer Aussprache treffen, arbeitet er nun an einem Roman ("Hallo, sagte sie."), dem Portrait einer Straße, der Kastanienallee, in der eine Journalistin und ein Fotograf verwirrende Entdeckungen machen. Demnächst erscheint ein Theaterstück für zwei Personen, das sich auf ironische Weise mit den Zwängen unseres Kulturverhaltens befasst ("Kultur ist."). Preise: Goldene Kamera / Adolf-Grimme-Preis in Silber / Hauptpreis Oberhausen / Monte Carlo - Mention Spéciale / Kulturpreis diverser Städte / Wilhelmine-Lübke-Preis / Zuletzt: Würdigung seines Lebenswerkes durch die Jury des Adolf-Grimme-Preises mit einer "Besonderen Ehrung", der höchsten deutschen Fernsehauszeichnung. Hügler ist verheiratet. Er und seine Frau Rosemarie haben eine Tochter Natali. Er ist ein begeisterter Hobby-Pianist. Sein Bruder ist der Dirigent Professor Walter Hügler.


Evas Recherchen
Hügler, Elmar

Ein Sadist, der sich als Forscher tarnt - Ein Anwalt, der ein Schurke ist - Ein Pastor, der die Sünde preist - Ein Nichtsnutz, der Charakter hat - Ein..

ISBN:
978-3-86805-896-3

12,90 € Preis ohne Steuer 12,29 €

Sommerfrost
Hügler, Elmar

Eine Insel. Mörderische Hitze. Zwei Brüder, Philipp und Samuel, wollen sich, nach jahrelangem Schweigen, zu einer Aussprache in der Ferienvilla der Fa..

ISBN:
978-3-86805-515-3

9,90 € Preis ohne Steuer 9,43 €

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